Chronik

Chronik des Tennis-Clubs “Grün-Weiss” 1964 -2014

von Herbert Simon und Margret Kolrep-Michel
Am 18.04.64 wurde der Tennis-Club “Grün-Weiss” e.V. gegründet. Allerdings beginnt die Geschichte des Vereins schon früher. Im Mai 1952 fassten nämlich die “Alten Herren” der Pennäler-Verbindung “Frankonia Baden-Baden” den Entschluss, Tennis zu spielen. Auf dem Privatgelände der Familie Mayer-Katz in der Winterhalterstraße wurde geeignetes Gelände für den Bau eines Tennisplatzes gefunden. Dieser erste Tennisplatz, der am 01.05.53 in Betrieb genommen werden konnte, war eigentlich viel zu klein. Er reichte gerade aus für die sportlichen Ambitionen der “Alten Herren”. Medenspiele konnten nicht ausgetragen werden.
Kurz nach der Clubgründung zählte der Verein bereits 40 Mitglieder. Der Wunsch, sich sportlich mit anderen Vereinen zu messen und dem wachsenden Interesse am Tennissport Rechnung zu tragen, führte rasch dazu, dass man sich nach einem Gelände für eine ausreichend große Sportanlage umsehen musste. Dieses Gelände konnte erst nach vielen Mühen im Haimbachtal gefunden werden. Am 11.01.74 endlich war es soweit. Der offizielle Bauantrag auf Erstellung von vier Tennisplätzen konnte an die zuständigen Behörden eingereicht werden. Im Herbst 1975 waren zwei der vier Plätze bereits fertig gestellt. Der eigentliche Spielbetrieb wurde jedoch erst in der Saison 1976 aufgenommen. Noch im selben Jahr beteiligte sich “Grün-Weiss”, das seinen Namen in Anlehnung an die Farben der Frankonia ausgewählt hatte, an den Medenspielen. Die offizielle Eintragung des Vereins in das Vereinsregister war bereits am 26.09.73 erfolgt.
Zum ersten Clubpräsidenten wurde Gerd Bohn gewählt. Leider starb Herr Bohn sehr jung, im Alter von nur 54 Jahren. Das war am 18.02.72, also einige Jahre vor Inbetriebnahme der neuen Sportanlage im Haimbachtal. Als sein Nachfolger wurde Helmut Vogt bestellt, der den Verein fast 20 Jahre lang erfolgreich geleitet hat. Nach dessen Tod im Jahre 1991 wurde Rudi Ecker zum Nachfolger gewählt, der vier Jahre später von Georg Schattling abgelöst wurde.
Während des Tennis-Booms in den 80er-Jahren wurde ein fünfter Tennisplatz in 1989 in Betrieb genommen. Das alte Blockhaus, das eine Reihe von Jahren – ohne Duschen und Toiletten – als Clubheim ausreichen musste, war bereits 1983 durch ein neues, modernes Clubgebäude ersetzt worden. Das neue Clubhaus wurde schließlich 1992 noch komfortabler gestaltet. Eine komplett eingerichtete Küche und eine mit einer Sonnenblende überdachte Terrasse kamen hinzu. Das gab dem geselligen Vereinsleben kräftigen Auftrieb.

Als Margret Kolrep-Michel im Jahre 1999 als erste Frau zur Präsidentin des Clubs gewählt wurde, war der Tennis-Boom der 80er Jahre längst vorbei. Vor allem fehlte es dem Club an Nachwuchs. Zusammen mit dem damaligen Ju¬gendwart  Peter Schaufler wurden Konzepte entwickelt, um Kinder und Jugend¬liche für Tennis zu interessieren. Ab 2001 übernahm Irene Weinbrecht feder¬führend den Jugendbereich. Mit zahlreichen Aktivitäten lockte sie die Jugend auf die Anlage im Haimbachtal, so dass die Anzahl der jugendlichen Mitglieder von Jahr zu Jahr kontinuierlich anstieg.
Ab 2000 wurden zu Beginn der Tennissaison im Rahmen der Aktion Schule/Ver¬ein die Schüler der Grundschulen zu einem „Schnuppertag“ eingela¬den. Außerdem beteiligte sich der Club in den Sommerferien am Sommerspaß-Pro¬gramm der Stadt Baden-Baden, in dem er als Auftaktveranstaltung dieser Akti¬on eine Tag Tennistraining inklusive Mittagessen für Grundschulkinder anbot. Diese Aktion erfreut sich bis zum Jubiläumsjahr großer Beliebtheit.
Ein Jahr später zeigten sich die ersten Erfolge der intensiven Jugendarbeit, denn es konnten bereits drei Mannschaften für die Medenrunde angemeldet werden.

Im September 2001feierte der Club seine 25-jährige Anwesenheit im Haim-bachtal mit einem dreitägigen Fest. Zahlreiche Clubmitglieder halfen mit, dass dieses Jubiläum gebührend gefeiert werden konnte. Es wurde ein großes Festzelt aufgestellt. Jedoch das welterschütternde Ereigniss am 11.09.2001  in New York, drei Tage vor dem Fest, warf einen dunklen Schatten auf die  Festvorbereitungen.  Das geplantes Open-air-Konzert wurde daraufhin abgesagt. Am Festabend regnete es in Strömen, aber trotzdem fanden sich viele Festgäste ein. Der Musikverein Lichtental spielte am Sonntag morgen zum Frühschoppen auf.

Zu Beginn der Tennissaison 2002 wurde zum ersten Mal eine Informations¬broschüre erstellt, die Einblick über das Sport- und Vereinsgeschehen des Clubs bietet. Im Jubiläumsjahr erscheint die Broschüre in der 12. Auflage.
Eine weitere Neuerung war die Zusammenarbeit mit der Volkshochschule. In Gruppenkursen werden die Grundkenntnisse des Tennis vermittelt. Diese Zu¬sammenarbeit besteht bis heute und ist, seit Bestehen der Tennishalle, auf die Wintersaison ausgeweitet worden.

Im Mai 2003 starb plötzlich und unerwartet unser Schatzmeister Bernd Adler im Alter von 59 Jahren. Er übte dieses Amt 22 Jahre lang aus. Bernd Adler war eine Institution im TC-Grün-Weiss. Er strahlte  Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit aus.  Für seine Verdienste um den Sport wurde er vom Badischen Tennisverband und vom Sportausschuss der Stadt Baden-Baden ausgezeichnet.
Das Amt des Schatzmeisters übernahm Ingrid Schühle und übte es bis 2005 aus. Dann übernahm es Till Schwarzer, der es 2007 an Kristian Kahl übergab. Ihnen allen sei an dieser Stelle herzlich gedankt.
Manfred Lempart besuchte den TC Grün-Weiss im September 2003 um Wolfgang Weis für seine 25-jährige ununterbrochene Mannschaftsführung seitens des BTV zu ehren. Keine von ihm geführte Mannschaft war bis dato abgestiegen. Bis 2013 war er ununterbrochen 36 Jahre als Mannschaftsführer tätig.
Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Baden-Baden und Jalta besuchte eine Gruppe jugendlicher Tennisspieler aus Jalta mit seiner offiziellen Beglei¬tung den TC GW. Eine Woche lang trainierte die Jungend des TC GW gemein¬sam mit den Gästen aus der Ukraine. Der Besuch endet mit einem feierlichen Emp¬fang der Stadt Baden-Baden auf der Anlage des TC GW.

Durch die Schließung der Jörger-Tennishalle ergab sich ein Engpass an Hallen¬plätzen. Der TC Rot-Weiss plante deshalb seine Ertl-Halle um einen Platz zu er¬weitern. Diese Erweiterung hätte allerdings nicht den Bedarf der anderen  Ba¬den-Badener Tennisvereine abgedeckt. Deshalb wendete sich die Präsidentin an den TC Rot-Weiss mit der Bitte um Prüfung der Möglichkeit, die Ertl-Halle in Kooperation mit dem TC GW um zwei Plätze zu erweitern.  In der Sportstiftung Henn fand der TC GW Unterstützung für dieses Vorhaben.
In der Mitgliederversammlung stellte sich die Präsidentin Margret Kolrep-Michel nicht wieder zur Wahl.  Peter Schaufler wurde einstimmig zu ihrem Nachfolger gewählt.

Im Juni 2004 verschied unser Ehrenmitglied August Buschert im Alter von 91 Jahren. Er war ein Mitglied der ersten Stunde und hat den Club durch seinen persönlichen Einsatz, auch nach Abschluss seiner beachtlichen sportlichen Aktivitäten, wie kein anderer unterstützt.

2008 beschloss der Vorstand das Projekt „Tennishalle“ voranzutreiben.   In Gesprächen zwischen dem TC GW, dem TC Rot-Weiss und der Stadt bot der Oberbürgermeister die Übernahme der Baukosten durch die Stadt für einen Verbindungs¬bau mit Sanitäranlagen und  Bistro  zwischen der Ertl-Halle und der geplanten Halle an. Außerdem wurde dem TC GW das Grundstück für die ge¬plante Halle in Erbpacht zugesagt.
In der Außerordentlichen Mitgliederversammlung  am 28.02.2008 wurde der Vor¬stand beauftragt, das Projekt Hallenbau weiterzuverfolgen.

Allerdings lehnte die Mitgliederversammlung des TC Rot-Weiss am 22.10. einen gemeinsamen Hallenbau mit dem TC GW ab.

2009 wurden die Plätze 3 und 4 im Haimbachtal komplett saniert.
Der Clubraum erhielt eine von Renate Buschert konzipierte „Verjüngungskur“, Hinter dem Clubhaus ließen Horst und Gerhard Schnindler sowie fleißige Helfer die „Jahrhunderthütte“ als Unterstellmöglich¬keit für die Gartenmöbel entste¬hen.
In der Mitgliederversammlung am 27.11. stellte der Architekt die Hallen-Baupläne vor und der Vorstand wurde mit überwältigender Mehrheit beauftragt, alle Maßnah¬men für den Bau der vereinseigenen 2-Feld-Halle sowie der Aufnahme der er¬forderlichen Kredite für dieses Projekt einzuleiten und durchzuführen.
Für die Sportstiftung Henn versicherte Dr. Mario Henn dem Club volle Unter¬stützung in Form eines günstigen Kredites und der Zusicherung, die Halle im äußersten Falle als Betreiber zu übernehmen.

Am 13. April 2010 startete der TC GW mit dem ersten Spatenstich den Bau seiner Tennishalle im Beisein der Familie Henn sowie des Oberbürgermeisters und  Vertretern der Stadt. Bedauerlicherweise konnte der Förderer dieses Projektes, Herr Dr. Ma¬rio Henn dieses Ereignis nicht mehr erleben, denn er war weniger  Wochen vorher plötzlich ver¬storben.
Am 23. 10. fand die feierliche Eröffnung der Tennis-Halle des TC GW mit nahe¬zu 200 Gästen statt.
Neben dem Hallenbau gab es 2010 weitere Neuerungen. Zu Beginn der Saison beteiligte sich der Club zum ersten Mal an dem bundes¬weiten Aktionstag „Deutschland spielt Tennis“ und lockt viele Interessenten ins Haimbachtal. Im Mai veranstaltete der TC GW zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ein of¬fizielles Ranglistenturnier des Deutschen Tennis-Bundes für Jugendliche der Al¬tersgruppe U 14 und U 16.  49 Jugendliche kämpften um den „Haimbach Cup.

Die neue Halle ist zwar ein Schmuckstück, trotzdem gab es auch Rückschläge. Im Januar 2012 stand die Halle wegen eines Rohrbruchs der Stadtwerke unter Wasser. Der Teppichbelag musste erneuert werden und die Halle konnte erst wieder Ende Februar bespielt werden.

2013 konnte der Vorstand  Ralf Weinbrecht als Vizepräsident und Peter Knetsch als Pressewart gewinnen.

Im März 2014 veranstaltete der TC GW zum ersten Mal in seiner Halle für die U10-Tennisjunioren die VR Talentiade, ein Talent-Sichtungsturnier der Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Im Jubiläumsjahr startet der TC GW mit neun Erwachsenen- und sieben Ju¬gendmannschaften in die Tennissaison, so viel wie nie zuvor.
Die Tennislanlage befindet sich im Jubiläumsjahr seit nunmehr 38 Jahren im Haimbachtal. Deswegen musste besonders der Außenbereich um das Clubhaus dringend saniert werden. Auch hier konnte der Club, wie in den vergangenen 50 Jahren, auf die tatkräftige Unterstützung seiner hilfsbereiten Mitglieder zählen.

Der TC GW präsentiert sich im Jubiläumsjahr als zukunftsorientierter, aktiver und gesellschaftlich ambitionierter Club, der seine sportlichen Ziele nicht aus den Augen verliert.